YouTube im Unterricht einsetzen

Ein tolles Dossier mit spannenden Unterrichtsideen und Erklärungen, die es auch Einsteigern leicht machen, YouTube im Unterricht zumindes mal auszuprobieren:
http://www.medienpaedagogik-praxis.de/2012/02/06/youtube-im-unterricht/
Außerdem ist diese medienpädagogische Website sehr, sehr nützlich, weil praxisorientiert.

Web 2.0 in der Bildungsarbeit

Eine sehr gute Sammlung von Artikeln zum Einsatz von Web 2.0, nicht nur in der politischen Bildung, bietet die Bundeszentrale für politische Bildung:

http://www.bpb.de/lernen/unterrichten/methodik-didaktik/web-2-0/

Sie finden Anwendungsbeispiele, Hintergrundinformationen und Aspekte der Partizipation im Social Web.

social bookmarks – Lesezeichen teilen

Social Bookmarks sind Lesezeichen / Favoriten, die auf einer Plattform im Internet abgelegt werden. Man teilt seine Lesezeichen also mit anderen Nutzern.

Registrierte Nutzer können eigene Lesezeichen hinzufügen und mit Schlagwörtern (Tags) versehen. So entstehen Linklisten (ähnlich wie die Ergebnislisten von Google). Besonders interessant ist, dass die Lesezeichen kommentiert werden können. So lässt sich bei Durchsicht der gefundenen Linklisten / Lesezeichen schnell heraus bekommen, ob eine Website interessant oder nicht ist.

Man kann öffentliche Lesezeichen anlegen, die für alle einsehbar sind, und private nur für den jeweiligen Nutzer.

Für Trainer/innen haben social bookmarks mehrere Vorteile:

  • Sie können Ihren Teilnehmer/innen interessante / weiterführende / vertiefende Links online zur Verfügung stellen (Sie brauchen also keine Web-Adressen mehr an die Tafel schreiben oder Ausdrucke mit Links zu verteilen).
    Sie geben dafür Ihren Teilnehmer/innen nur die Adresse zu Ihrem Account (zum Beispiel: http://www.mister-wong.de/user/lernallee/). Ihre Teilnehmer/innen können dann dort die Links zu den Websites ansehen, die Sie empfehlen.
  • Sie können gezielter als mit Google nach interessanten Websites suchen.
  • Sie können Ihre Lieblingswebsites online speichern und haben so nicht nur an Ihrem Büro-Rechner Zugriff auf Ihre Lesezeichen.

Zu den wichtigsten Anbietern zählen http://www.delicious.com/ (englischsprachig, die Mutter der social bookmarks), http://www.mister-wong.de/,  http://www.oneview.de/  und http://linkarena.com/.

Sinn, Unsinn und Entscheidungen

Ob der Einsatz von Online-Werkzeugen, und damit von Social Media Angeboten, sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Wollen Sie Social Media Angebote nutzen?

Voraussetzung ist natürlich, das Sie selbst das Netz (zumindest meistens) gerne nutzen. Wenn Sie der ganze Internet-Kram nervt, dann lassen Sie es besser bleiben. Wenn Sie meinen, Sie haben keine Ahnung aber Ihre Teilnehmer erwarten von Ihnen mehr Einbindung des Internet ins Trainingsgeschehen, dann füllen Sie doch erst mal in aller Ruhe Ihre Wissenslücken (Bücher und Seminare – auch Grundlagenseminare zum Thema Internet – gibt es nach wie vor genug). Und wenn Sie sich etwas sicherer fühlen, dann melden Sie sich bei einer Sharing Plattform an (und schreiben dort nicht Ihren tatsächlichen Namen rein) und laden mal eine Word-Datei hoch – das machen Sie heimlich und erzählen niemanden davon. Wenn das gelappt hat, dann schauen sie sich in Ruhe Ihre neue Plattform an und probieren rum. Und irgendwann können Sie es einfach.

Wie hoch ist die Affinität der Teilnehmenden zum Netz?

Ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium. Wollen oder können Ihre Teilnehmer das Netz nicht nutzen dann ist dieses Blog für Sie wahrscheinlich uninteressant. Mehr dazu lesen hier

Wie  wollen / können Sie die Angebote nutzen?

Grundsätzlich lässt sich unterscheiden zwischen

  • der Nutzung zur Seminarbegleitung (Vertiefung, Erweiterung, zusätzliche Hinweise, Wiederholung …)

und

  • der Einbindung als Seminarbestandteil

Die Einbindung als Seminarbestandteil wir Ihre Arbeit als Trainer/in verändern – denn hierbei verlagern Sie einen Teil des Seminars in das Internet. Ob Sie das wollen und ob Ihr Auftraggeber die zusätzliche Zeit honoriert ist ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Welche Angebote möchten Sie nutzen?

Sobald Sie wissen, wie Sie das Netz nutzen möchten haben Sie die Qual der Wahl. Einige Plattformen stelle ich hier vor; mitsamt ihren Vor- und Nachteilen. Aber generell kann man sagen, dass man auf die Übersichtlichkeit der Angebote achten sollte.

Möchten Sie Material zur Verfügung stellen, dann sollten Ihre Teilnehmenden das Material sehen können, ohne dass sie registriert sind (das ist Möglich bei Mister Wong, slideshare, . nicht möglich bei Facebook, Google). Toll ist es auch, wenn die Betreiber von Sharing-Plattformen Schnittstellen zu anderen Plattformen wie zum Beispiel Facebook haben. Dann können sich Teilnehmer  über ihren Facebook (oder Goggle, oder sonst was … ) einloggen und brauchen sich nicht noch einmal zu registrieren.

Affinität der Lernenden zum Netz

Wie hoch ist die Affinität der Teilnehmenden zum Netz?

Das ist ein Kernpunkt, denn wenn die Affinität niedrig ist, dann werden die von Ihnen genutzten Online-Werkzeuge ignoriert. Ist sie mehr oder minder hoch, dann werden die meisten Teilnehmer Ihre Mühen schätzen.

Haben Sie Gruppen, in denen ‚Offline-Jünger‘ auf ‚Online-Jünger‘ treffen, dann können Sie ganz schnell Probleme bekommen: Diejenigen Teilnehmenden, die das Netz nicht nutzen wollen, fühlen sich schnell benachteiligt bzw. vernachlässigt. Und wir wissen alle, dass das Dynamit für die Atmosphäre ist!
Der Einsatz von Social Media Angebote verbietet sich gerade zu, wenn Ihre Teilnehmenden das Netz nicht nutzen können (doch, das gibt es – auch in Deutschland).

Mit Social Media Seminare begleiten

Social Media / Online-Werkzeugen unterrichtsbegleitend zu nutzen bedeutet:

  • Lernern Materialien aus Seminar und Training online zur Verfügung zu stellen, entweder nur den Teilnehmenden oder der ganzen Welt (sharing); das können Fotodokumentationen, Handouts in Form von Worddokumenten, Präsentationen, PDF-Dateien sein, oder auch Videos / Audiodateien
  • auf Medien (Video, Audio, Präsentationen) aufmerksam zu machen, die Sie im Seminar nicht einsetzen / nutzen können, weil Ihr Seminarraum nicht entsprechend ausgestattet ist
  • Linklisten anlegen, auf denen Lerner vertiefende Informationen, Anregungen etc. finden
  • Lernern einen konstruktiven Medien-Mix zur Verfügung zu stellen und dadurch weitere Lernkanäle / Wahrnehmungskanäle anzusprechen
  • Förderung des selbstgesteuerten Lernens in Hinblick auf Vertiefung und Erweiterung eines Themas
  • Teilnehmende, die an einem Seminartag nicht anwesend sein konnten, auf dem Laufenden zu halten
  • aktuelle, aktuell diskutierte Informationen und Themen mit wenig Aufwand  zugänglich zu machen
  • das Ende der E-Mail-Adressen-Sammelei, das Ende ausgeruckter Linklisten, das Ende an die Tafel / ans Flipchart geschriebener Websites ….

Auch unterrichtsbegleitend können Social Media Anwendungen den Austausch untereinander fördern, Diskussionen anregen. Sie können Aufgaben, Übungen etc ins Netz stellen, die dort dann auch bearbeitet werden.
Häufig sind diese Nutzungsmöglichkeiten aber eher dem Bereich ‚Nutzung von Social Media als Seminarbestandteil‘  zuzuordnen.